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02.09.25 Mk.9,38 Es sagte ihm Johannes:

friedehagen
2. Sept.
5 Min. Lesezeit

„Lehrer wir sahen einen in deinem Namen hinauswerfen Dämonen und wir hinderten ihn, weil er nicht uns nachfolgte“


Na so etwas! Es ist doch ganz klar, dass das nicht geht. Der gehört nicht dazu. Der gliedert sich nicht in die Gruppe um Jesus ein und benutzt seinen Namen um Gutes zu tun. Fast könnte man meinen es ginge hier um eine Art Patentrecht. Nur wer dazugehört darf den Namen Jesu nutzen. Das lässt mich an die Rivalität zwischen den Konfessionen denken. Zur Zeit des 30 jährigen Krieges hat der große Landstriche entvölkert. Und auch heute ist man doch sehr froh, wenn das Gute von der eigene Kirche ausgeht.


  1. Jesus aber sprach: „Hindert ihn nicht, denn keiner ist, der tun wird eine Krafttat in meinem Namen und fähig sein wird mich gleich zu beschimpfen.

  2. Denn wer nicht ist gegen uns, für uns ist er.“


So einfach ist das also. Wer nicht ist gegen uns für uns ist er. Wer sich nicht als einzig Heilbringender sieht, kann es aushalten, wenn der andere Erfolg hat. So läuft gute Teamarbeit um die in unseren Unternehmen gerungen wird. Dort wo es gelingt wächst die Effizienz eines Unternehmens erheblich. Wie überzeugend wären wir Christen ohne unsere Konfessionsrivalitäten? Und wenn der interreligiöse Dialog gelingt, hat der religiöse Fanatismus schlechte Karten.


  1. Denn wer immer euch zu trinken gibt einen Becher Wasser, im Namen, dass ihr des Christus seid. Amen ich sage euch, nicht verliert er seinen Lohn.


Bei diesem Vers kommt mir Frau Höcke, ja die Frau von Björn Höcke hat mir als ich in Bornhagen ankam und das Dorf leergefegt war einen Becher Wasser und den Tip für die Ferienwohnung gegeben. Ich habe erst später erfahren, dass Björn Höcke in Bornhagen im ehemaligen Pfarrhaus wohnt. Ich hatte gefragt, ob dieses Haus das Pfarrhaus sei und sie hat geantwortet, es sei das ehemalige Pfarrhaus.

Nun sie gab mir den Becher nicht weil ich „des Christus“ bin. Sie gab ihn mir, weil die Gaststätte zu und ich Durst hatte. Aber sie hat ihn mir auch nicht verweigert als ich sagte, dass ich auf einer Pilgerreise sei und das Markus- Evangelium rezitierend das grüne Band ablaufe.

So will ich hoffen, das sie nicht um ihren Lohn kommt, der kann nur gut sein für sie selbst und für unser Land und alle die große Reden schwingen oder ihren zuhören und die Besserwisser wählen.


  1. Und wer immer Anstoß gibt einem einzigen dieser Kleinen der Glaubenden an mich, weit besser wäre es für ihn, wenn herumgelegt wäre eine Eselsmühlenstein um seinen Nacken und er geworfen wäre ins Meer.


Ein Horror! Ich sehe ihn vor mir den. Mühlenstein, den riesigen, und weiß genau, schon der Versuch ihn um den Nacken eines Menschen zu legen muss damit enden, dass der Mensch unter der Last tot zusammenbricht.

Aber das reicht nicht er wird mit dem Mühlstein auch noch ins Meer geworfen.

Und diese „Strafe“ wäre noch gering gegen das was denen blüht, die den Glaubenden Grund zum „Anstoß nehmen“ geben. Diesen Vers empfinde ich als tröstlich, wenn ich an die Mitgleider meiner Familie denke, die der Kirche aus nachvollziehbaren Gründen den Rücken gekehrt haben und auch nicht mehr glauben können. Es ist wohl so, dass das Schauen des im Leben verübten Unrechts für diese Menschen wirkliche Höllenqualen sind. Und Gott, der schaut auf das Herz der Kleinen die nicht mehr glauben können und vergilt ihnen ihre guten Taten.

Vielleicht ist das Aufarbeiten der Missbrauchs-verbrechen für die Seelen der Täter eine Erleichterung.



An diesem Morgen bin ich wieder erst gegen 11 aufgebrochen. Für den Blog bin ich Abends meist zu müde. Meine Wirtin hat mir noch erklärt wie ich auf den Kolonnenweg komme. Es war ein sehr schön grüner Weg dorthin. Der Kolonnenweg führt an der Burg Hanstein vorbei. Die habe ich erst mal besichtigt. Sie ist noch recht gut erhalten und zieht jährlich viele Besucher an. Es finden aufwenidge Burfeste statt. Ich traf Besucher, aus der Gegend, die wohl des öfteren auf der Burg sind. Wir unterhielten uns darüber, dass es hier an der Grenze recht gut steht um die Bürger, dass die Leute gut situiert sind, dass es allen gut geht. Ja das läge am Fleiß der Menschen hier, das sei alles hart erarbeitet. Meinen Hinweis darauf, dass nicht alle Menschen auf der Welt die Möglichkeit haben durch harte Arbeit zu Wohlstand zu gelangen prallte an ihnen ab. Ich habe nicht mehr zu erwähnen gewagt, dass ich mich wundere, wieso eine Partei, die alles schlecht redet hier so viele Anhänger finden kann. In Bornhagen wählen 43% der Wähler die AFD, dabei hält Herr Höcke sich in seinem Wohnort mit politischen Äußerungen völlig zurück, so zumindest wurde es mir berichtet.

Später auf den Kolonnenweg traf ich einen ehemaligen Grenzer mit seiner Frau. Er wusste genau wo der Grenzweg verläuft. Früher sei es mit der Grenze auch gar nicht so schlimm gewesen erzählte er. Sie hätten auch schon mal gesellig mit den westdeutschen Grenzschutz-Leuten zusammengesessen. Richtig schlimm sei es erst mit Honeker geworden, der sei so eine russischer Speichellecker gewesen. Die Grenzschutzsoldaten hatten ein Jahr lang Dienst an der Grenze und wurden zuvor 6 Monate lang ausgebildet. Nach Hause konnten sie nicht häufig aber es gab geregelte Dienste und Freizeit. Ich stelle mir vor, dass die recht feucht verlief, denn was machen die Männer weit weg von zu Hause in einer großen Abgeschiedenheit? Alkohol und Zigaretten gab es ausreichend in der DDR.

Doch hier im Eichsfeld waren zumindest die Dörfer nicht dem Erdboden gleichgemacht und so haben einige ihre Frauen hier kennengelernt, so auch dieser ehemalige Grenzer. Er war die Aufsicht der Grenzsoldaten für diesen Bezirk, kannte also alle Einrichtungen der Grenze genau und war mit den Solddaten draußen Tag -täglich. Er bestätigte, dass die Winter hart waren, weil der Wind auf dem kahlen Grenzstreifen durch nichts aufgehalten wurde.

Am Punkt wo Thüringen und Hessen sich berühren, habe ich mich verlaufen. Laut der Beschreibung des ehemaligen Grenzers musste der Kollonenweg hier weitergehen herunter nach Lindewerra über steile Serpentinen. Ich fand ein Schild auf dem Lindewerra stand und folgte ihm und landete ohne es zu merken in Hessen, nicht mehr auf dem Kolonnenweg. Ich bin trotzdem weitergegangen. Vielleicht hatten ja auch hier die Bauern die Platten brauchen können, obwohl mir das schon etwas seltsam vorkam. Als es eine Abzweigung gab, habe ich Bernd angerufen. Freunde waren zu Besuch und es wurde gemeinsam festgestellt, dass ich in Hessen war und leider den steilen Berg wieder hinauf musste. Oben angekommen habe ich den richtigen Kollonenweg gefunden und da waren auch die Serpentinen. Ein Radfahren kam mir, sein Fahrrad schiebend entgegen. Er kam aus Lindewerra. Dort war er mit dem Camper und er riet mir ab dort mein Zelt aufzustellen. Es gäbe erst morgen um 9 Uhr die Möglichkeit eine Toilette zu nutzen und der Platz sei direkt an einer stark befahrenen Straße. Eine Pension hatte er in Lindewerra nicht gesehen. Er pflichtete mir bei, dass es wohl besser wäre hier in dem Aussichtsturm zu schlafen. Das habe ich auch gemacht. Ich habe schon viel schlechter geschalfen als hier oben aber jetzt wird es kalt, da werde ich meinen Tee trinken und sehen, dass ich loskomme. Jetzt über den Kolonnenweg nach Lindewerra.

 
 
 

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