01.09.26. Mk.9,30 Und von dort hinausgehend…
Aktualisiert: 4. Sept.
30b, umhergingen sie durch Galiläa und nicht wollte er, dass einer es erführe,
Denn er lehrte seine Schüler und sagte ihnen. Der Sohn des Menschen wird übergeben in die Hände von Menschen. Und sie werden töten ihn und getötet nach drei Tagen wird er auferstehn.
Die Leidensankündigungen wiederholt Jesus immer wieder und doch kommen sie nicht an. Wie kann es denn auch sein, dass ihr Lehrer, ihre Hoffnung, der Retter umgebracht wird. Damit konnten die Schüler Jesu zu seinen Lebzeiten nicht umgehen.
Wir sind so wenig berührt von dieser Ungeheuerlichkeit, weil wir schon so oft gehört haben, dass dies zu unserer Rettung geschehen ist und geschieht. Aber für die Schüler Jesu, war das ganz unvorstellbar und die Auferstehung war ein absolutes Mysterium. Das Leben nach dem Tod war eine umstrittene Sache - damals so wie heute wieder.
Sie aber verstanden nicht das Wort und sie fürchteten sich, ihn zu befragen.
Wer hört uns - spricht schon gern vom Tod? Jeder weiß, dass er allgegenwärtig ist und doch sprechen und hören wir ungern darüber. Manchmal wird man aufgerüttelt - so wie meine Familie gerade, weil der Partner meines Patenkindes bei einem schweren Autounfall großes Glück und nur relativ kurz die Intensivmedizin in Anspruch nehmen musste. Verstärkt wird dieses Aufrütteln dadurch, dass der andere Fahrzeugführer weiter mit dem Leben ringt. Wir steigen tagtäglich in Autos ohne uns jedes Mal klar zu machen wie gefährlich das Autofahren ist. Auch die Schüler Jesu waren da nicht anders, obwohl klar sein musste wie gefährlich es war die religiösen Autoritäten in Frage zu stellen, so wie Jesus es immer wieder tat, war für sie dieser Ausgang der „Karriere“ Jesu nicht vorstellbar.
Und sie kamen. Nach Karphanaum und es geschah im Haus angekommen befragte er sie: „ Was. Über legetihr auf dem Weg“
Die aber schwiegen, denn untereinander hatten sie beredet auf dem Weg, wer der größte sei.
Wie menschlich sind die doch, diese Schüler Jesu? Er erklärt ihnen, dass er weltlich gesehen Schiffbruch erleiden wird, was aber nicht das Ende bedeutet, und sie machen sich Gedanken über die Hierarchie in ihrer Gruppe. Wer ist der Größte? Die Welt krankt ja gerade unter einem Menschen der sich für den größten Präsidenten aller Zeiten hält. Dabei haben wir doch gerade mal seit 80 Jahren das 1000 jährige Reich der Arier hinter uns. Und ganz aktuell gibt es wieder Superhelden in der Politik, die alles besser wissen und den Menschen große Lügen auftischen, die viele gerne glauben. Dieses "der-Größte-sein-wollen" fängt schon im Kindergarten an und es bleibt eine Versuchung bis an das Lebensende, der wir alle mehr oder weniger erliegen. Je weniger wir dieser Versuchung erliegen, desto gesegneter ist unser Leben.
Und sich setztend rief er die Zwölf und sagt ihnen, wenn einer will erster sein , soll er sein aller Letzter und aller Diener
Hier kommt mir der Gedanke, dass Jesus seine Lektion einfach noch einmal von vorn beginnt, denn die Schüler haben noch nichts kapiert. Chef ist, wer allen nutzt. Was für ein Chef ist das und wo gibt es solche Chefs? Haben wir nicht alle schon mal Chefs erlebt, die so gestrickt sind? Wir erzählen zwar häufiger von den Chefs, die diesem Ideal so gar nicht entsprechen, aber es gibt sie doch, die guten Chefs. Der erste Klassenlehrerin meiner Tochter fällt mir da ein. Meine Tocher war überzeugt, wenn Licht in der Schule war, dass ihre Lehrerin wieder etwas für die Schüler vorbereitet. Meine Gruppenleitung im Internat. Eine sehr junge Ordensschwester, die mir Mutter war. Es gibt sie, diese Chefs, aber wir schauen zu wenig auf diese Menschen, die es eben auch gibt. Vielleicht wäre der Papst direkt nach seiner Ernennung zum Papst auch so ein Chef gewesen für die Kirche. Wichtig, ist dass wir selbst aufmerksam sind für die Bereiche über, die wir Chef sind und verstehen, dass wir dienen sollten.
Und nehmend ein Kind, stellt er es in die Mitte und umarmend es sagt er zu ihnen:
Hierzu muss man sich vor Augen führen, was damals ein Kind wert war in den Augen der Menschen. Die Kindersterblichkeit war hoch - man wusste also nicht, ob es erwachsen und nützlich werden würde. Ein Kind war so etwa ein halber Mensch. Heute sind Kinder für uns die Zukunft. Wir haben zu wenig Kinder. Es gibt immer mehr Paare, deren Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Die Reformpädagogik hat im letzten Jahundert das Kind entdeckt. Kinder hatten zu Jesu Zeiten keine Sitmme. Unsere Kinder werfen sich im Supermarkt auf den Boden, wenn sie ihren Willen nicht bekommen. Eltern stehen betroffen daneben, oder geben nach, um kein Aufsehen zu erregen. Das Wohl des Kindes ist ein Wert, der allgemein bekannt ist, was nicht bedeutet, dass es den Kindern heute gut geht. Die Vergötterung mancher Kinder ist sehr schädlich für ihre Entwicklung. Der Wert der Kindheit ist aber ein Thema.
Wenn Jesus damals ein Kind in die Arme nimmt und beachtet, müssen wir fragen, wer ist heute so ein halber Mensch in den Augen unserer Gesellschaft? Wen nimmt er heute in die Arme? Straffällig gewordene Jugendliche? Angegriffene Politiker? Flüchtlinge? Lehrer?
Wer immer eines solcher Kinder aufnimmt in meinem Namen. Mich nimmt er auf. Und wer immer mich aufnimmt, nicht mich nimmt er auf, sondern den mich Schickenden.
In den Kleinen, den in den Augen anderer wertlosen Menschen. auf denen jeder herumhacken darf, in ihnen ist Gott bei uns immer schon und auch heute noch. Eine reelle Präsenz ist das, genau wie die Eucharistie und das Wort der Bibel. Wir haben einen Gott, der sich berühren und erfahren lässt. In der heiligen Eucharistie oder dem Abendmahl ist er aber einfacher anzunehmen - zumindest heute, denn heute findet das Opfer ja ganz unblutig statt. Und das Diskutieren über Bibelworte ist auch etwas für unseren Intellekt und es ist ebenfalls nicht blutig. Aber die Kleinen, die Schwachen, die Ausgegrenzten, sie sind oft unappetitlich und auch widerspenstig und unbequem. Da könnte man in Versucheung geraten sich doch lieber mit den bequemeren Daseinsformen unseres Gottes abzugeben. Aber ohne die Aufnahme der Kleinen in unser Herz und ohne die konkrete Annahme dieser Menschen, leben wir an unserm Gott vorbei, egal wie oft wir in die Kirche rennen und über die heiligen Schriften nachdenken. Wenn wir das aber aufrichtig tun, wird es uns zu den Menschen führen, in denen Gott heute bei uns ist und die ihm am Herzen liegen, die er umarmt. Die wirkliche Nachfolge ist sicher so schwierig wie mein Weg an diesem Tag.
Die Wanderung mit diesen Versen war sehr hart, denn nach den eher bequemen Wegen zuvor, wollte ich doch wieder auf den Kolonnenweg kommen. Zunächst bin ich nach Hohenganden. Das war ganz einfach und ich habe sogar dort eine Karte vom grünen Band in der Gemeindeverwaltung bekommen. Dort habe ich in Google "Bornhagen" eingegeben und zunächst ging es auch recht angenehm weiter, jedoch hinter dem Sport- und Grillplatz in Hohenganden wurde es sehr unwegsam. Das Titelbild dieses Blogeintrags zeigt den Beginn dieses „Wegs“. Es gab da gerade einen schönen Rastplatz mit einem riesigen Tisch. Ich habe zunächst etwas gegessen und dann etwas genickt. Und dann in Ruhe überlegt, ob ich wie Komoot vorschlug noch einmal zurück nach Hohenganden und über Straßen nach Bornhagen laufen sollte oder diesen Weg einfach doch versuchen könnte. Ich entschied mich für letzteres (Einfach geht ja immer oder). Dieses erste Stück hatte eine Steigung von gefühlt 30% wahrscheinlich waren es in Wahrheit 20%. Der Boden war sehr uneben und es wuchsen Dornen mit sehr langen Stacheln, die ich beiseite schaffen musste, um mit dem Benpacker ohne Platten durchzukommen. Es mag einem sehr komisch vorkommen, aber ich glaube mit einem Rucksack hätte ich das Stück hier nicht geschafft, aber ohne meine Stöcke auch nicht.
Oben angekommen zeigte sich ein sehr zugewachsener Weg eine Machete wäre von Nutzen gewesen. Ich habe erst mal Bernd angerufen damit er auch noch mal checkt, ob denn hier wirklich ein Weg sein sollte. Ja es war einer und ich konnte sehen, dass er von Tieren durchaus genutzt wurde. Viele Wildschweine hatten ihre Spuren hinterlassen. Mit Bernd am Computer konnte ich immer wieder klären, ob ich tatsächlich noch auf einem Weg war. An einer Stelle ging es gar nicht weiter, obwohl da ein Weg sein musste….vielleicht vor 10 oder 15 Jahren. Jetzt war da ein Elektrozaun und dahinter Dschungel. Ich musste zurück. Es sollte noch einen anderen Weg von da nach Bornhagen geben. Auf dem Rückweg rief mich Bernd an und schlug vor, einfach geradewegs über die große Kuhwiese zu laufen, um am Ende der Wiese auf den Weg zu kommen, der mich geradewegs auf den Kolonnenweg führen würde. Da hatte ich dann auch noch mal einige Unsicherheiten in der Orientierung Ein ehemaliger Grenzturm war umfunktioniert zu einem Jugendtreff. Leider war es etwas verwahrlost, aber dahinter begann dann tatsächlich der Kolonnenweg, der hier auch gut zu laufen war, da die Betonplatten ohne Längslöcher waren. Der Wagen rollte sehr gut auf diesem Weg. natürlich geht der Kolonnenweg mitunter steil bergauf und auch steil bergab und da ist es sehr nützlich, dass der Wagen Bremsen hat, besonders für das letzte Stück bis zur Straße, die mich dann nach Bornhagen führte, war das sehr hilfreich. In Bornhagen gibt es den Klausenhof, ein Hotel mit Gaststätte…. Leider war es an diesem Tag geschlossen und Bornhagen wie ausgestorben….
Erst mal bin ich zur Kirche. Vielleicht gibt es ja ein Pfarrheim? Ich hatte auch kein Wasser mehr und richtig Durst. Ein Pfarrhaus gab es nicht. Dort wo ich klingelte war keiner zu Haus. Eine Frau kam mit ihrem Bus aus ihrem Hof gefahren. Ich hielt sie an und fragte nach Wasser und nach einem Tipp für eine Übernachtung. Sie gab mir Wasser schickte mich hier her in das Kleehöppchen. Hier gibt es Ferienwohnungen. Auch hier war zunächst offensichtlich niemand zu Haus. Pakete standen an der Haustür…. Ein Nachbar rief die Hausherrin an und ich bekam die Antwort, dass ich mich in den Garten setzen und etwa eine halbe Stunde warten solle. Ich hätte auch lieber zwei Stunden gewartet als noch bis zum nächsten Ort zu laufen. Ich bekam auch noch einen sehr guten Eintopf zum Abendbrot und bin dann müde ins Bett gefallen. Jetzt muss ich gleich noch etwas zum Essen kaufen. Hier gibt es eine Fleischerei, die hoffentlich auch noch anderes, als nur Fleisch hat. Hier sind Würste die örtliche Spezialität. Auch im Eintopf von Gestern waren viele Würste. Gelaufen bin ich viel gestern, aber das Stück hätte ich auf der Landstraße in knapp 6 km zurücklegen können. Zum einen war es unwegsam und zum anderen auch viel verwinkelter als die Straße. Hier verläuft die Grenze nicht schurgerade.
Nun etwas einkaufen und dann weiter auf dem Kolonnenweg. Da werde ich mir unterwegs mein letztes Tütensüppchen Linsendal kochen, denn auf dem Weg wird es wieder mal nichts geben als die häufigen Unwegsamkeiten des Grünen Bandes
Kommentare