04.09.26 Mk.9,11-50
An diesem letzten Tag vor der Abfahrt, bin ich den Kolonnenweg hoch zum Grenzmuseum Sickenberg gelaufen. Auf den Hinweisschildern heißt es Grenzmuseum Sickenberg auf meiner Karte hießt es Grenzmuseum Schiffersgrund. Der Weg hinauf war wieder sehr steil. Auf der ersten Höhe angekommen steht ein nachgebauter Beobachtungsturm aus Holz mit sehr steilen Treppen zum besteigen des Turmes. Die Sicht von oben ist nicht wie zu Zeiten des kalten Krieges. Die vielen Bäume lassen nur eine Sicht in die Ferne zu.
Nach dem Turm kommt schon bald der Außenbereich des Museums mit dem Grenzzaun und der mir inzwischen gut bekannten Struktur der Grenzanlagen. Durch eine Mulde mit Anstieg muss man aber noch. Dort gab es auch einen dramatisch endenden Fluchtversuch zu Beginn der 80 ziger Jahre Ein Zivilist, der in den Grenzanlagen arbeitete ist bei einem Fluchtversuch angeschossen worden und verblutete vor den Augen des Brundesgrenzschutzes, nachdem er den Grenzzaun schon überwunden hatte, auf DDR Gebiet.
Im Museum gab es eine besondere Führung. Ein Mitbegründer des Museums, führte eine eingeladene Gruppe durch die Anlage. Er hat als Student in den 80- zigern die Vorkommnisse an der Grenze und auch die Wende selbst erlebt. Seine Familie war auf beiden Seiten der Grenze zu Hause und er konnte nicht nur von der Tante, die mit ihrer Gartenhacke Zeichen machend mit der Verwandtschaft im Westen kommunizierte ohne, dass die Grenzer es als Kommunikation erkennen konnten, erzählen. Er wusste auch wie das Freikaufen von Menschen aus dem Osten lief, und das der sympathische Herr Gysi schon vor dem Mauerfall DM Millionär war, weil er das Freikaufen und die Preise der freizukaufenden Menschen als Anwalt aushandelte und seine Provison einzog. Die BRD hat 3,4 Milliaden „Lösegeld“ für Ausreisewillige gezahlt. Die Bezalung lief in Bar an der Grenze und der Buss mit den Menschen die frei kamen fuhr mit einem DDR Nummernschild an die Grenze und an der Grenze wurde ein hessisches Nummernschild an den Bus befestigt. 007 lässt grüßen. Gysi war nicht nur in der SED sondern auch in der Stasi. Das lässt an die NSDAP Häuptlinge denken die in der BRD angesehene Posten bekleideten. Die oben Schwimmenden hängen ihr Fähnchen in jeden Wind und profitieren immer. Es ist auch niemand für die Schießbefehle wirklich zur Verantwortung gezogen worden. Ich persönlich glaube aber das so korrupt es auch sein mag Menschen frei zu kaufen, dieser Freikauf billiger und besser ist als jeder Krieg und auch effizienter. Nur wenn man Geld in Menschen investiert, bekommt die Freiheit ihre Chance.
Diesen Vortag habe ich mir noch ganz angehört. War es doch eine Chance ihn zu hören. Ein empfohlenes Buch habe ich auch noch gekauft und bin dann los Richtung Bahnhof. Geschätzt waren das etwa 3 bis 4 km. Der erste Km war sehr schön auf einer wenig befahrenen Straße die sich in Hessen den Berg herunterschlängelte. Dann in der Stadt war es eher unschön und am Ende auch gefährlich für Fußgänger. Ich werde, wenn ich weiterpilgere ein Taxi zum Grenzmuseum nehmen, denn überfahren lasse ich mich nicht so gern. Am Bahnhof kam nach kurzer Wartezeit mein Zug. In Göttingen habe ich in einem voll ausgelasteten Zug den Benpacker im Kinder und Behinderten Wagen unterbringen können und mich im Speisewagen. In Karlsruhe bin ich fast pünktlich angekommen und Brend hat mich iabgeholt. Mit dem Zug zwei Stunden später für den ich eine Reservierung hatte, wäre ich mit großer Verspätung in Karlsruhe angekommen. Die Bonuspunkte von Bernd haben das Tiket „bezahlt“ dadurch war es ein Flextiket.
Ob ich in diesem Jahr noch einmal lospilern kann bleibt abzuwarten. Bolle wird am Montag operiert. Im September kann ich also nciht mehr los. Er hat sehr getrauert, als ich nicht hier war. Er wird wohl erst im Oktober wieder fit sein und dann werden die Tag schon ziemlich kurz.. Vielleicht kann ich Bernd noch mal zu einer Tour mit einem gemietetem Wohnmobil begeistern. Dann könnte ich dieses Jahr noch ein Stück laufen. Sonst geht es im Frühjahr mit Bolle zusammen wieder los.
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