7.10.2026 Mk.10,17 Und als er sich auf den Weg machte..
herbeilaufend Einer und auf die Knie fallend vor ihm befragte er Ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, damit ewiges Leben ich erbe?
Ewiges Leben - ein zu Jesu Zeiten durchaus umstrittener Glaubensinhalt. Dieses ewige Leben möchte der Bittende erben. Das fehlt ihm noch zu seinem Glück. Ein verbrieftes Recht auf ewiges Leben. Für Familie kann man nichts und für das Erbe tut man nichts. Er aber will etwas tun für‘s Erben, es also erwerben.
10,18 Jesus aber sprach zu ihm, was nennst du mich gut? Keiner ist gut, wenn nicht einer Gott.
Schmeicheleien mag Jesus nicht. Vielleicht ist der Mann Schmeicheleien gewohnt, entweder weil man ihm schmeichelt oder weil er gewohnt ist mit Schmeicheleien weiter zu kommen.
10,19 Die Gebote kennst du, nicht sollst du morden, nicht sollst du Ehe brechen nicht sollst du stehlen, nicht sollst du falschzeugen, nicht sollt du berauben. Ehre deinen Vater und die Mutter.
Jesus zählt ihm das kleine EinmalEins des Judentums auf. Mir fällt auf, dass er gefragt wurde was zu tun sei und er antwortet mit dem was ein guter Jude eben nicht tut. Nur das Ehren von Vater und Mutter ist ein Gebot kein Verbot.
10,20 Der aber sagte ihm, Lehrer, dieses alles hielt ich seit meiner Jugend.
Er ist also auf jeden Fall ein guter Jude. Er hält sich an alle von Jesus aufgezählten Ge- und Verbote. Sicher noch an vieles mehr, denn aus den 10 Geboten ist ein sehr umfassendes Regelwerk entstanden, welches zu befolgen nicht jedem gelingen konnte. Nun will er wissen, was noch fehlt, damit das ewige Leben gesichert ist. Er meint es ernst.
10,21 Jesus aber anschauend ihn, liebte ihn und sprach zu ihm: Eines mangelt dir. Geh hin wieviel du hast, verkaufe und gib es den Armen und du wirst haben einen Schatz im Himmel Komm folge mir.
Da steht Jesus liebte ihn. Er sieht sein Verlangen und sagt ihm aus Liebe zu Ihm, was zum Erlangen Himmels fehlt. Sich befreien vom Haben hinkommen zum Sein. Und ihm, Jesus, nachfolgen. Das ist eine Einladung, der man je nach Menge des Habens nicht so ohne weiteres zu folgen vermag.
Hinter Asbach als ich den Berg einfach mit dem vielen „Haben“ im Pilgerwagen nicht hochkommen konnte musste ich auch Gewicht vom Wagen nehmen um den Berg schaffen zu können. Ich musste, als ich ablud immer wieder daran denken, dass das ganze Zeug, welches man durchs Leben schleppt und um das man sich kümmern muss den Weg zur Glückseligkeit nicht gerade ebnet.
Nach Jerusalem hinein gibt es ein Tor, dass sehr eng ist. Es heißt Nadelöhr. Dort mussten die Kamele abgeladen werden um hindurch zu kommen und hinter dem Tor wieder aufgeladen. Das hat dem Zoll erleichtert festzustellen, was durch diese Tor in die Stadt gebracht wurde.
10,22 Der aber entsetzt über das Wort wegging betrübt, denn erwarte viele Güter.
Der Himmel ist weit weg für ihn, schier unerreichbar, denn was er hat, hält ihn und macht ihn unfrei. All die Turbo-Christen in Amerika die Trump unterstützen sind in der gleichen Situation, aber sie fragen Jesus nicht nach dem Erlangen des ewigen Lebens und kommen nicht mal in die Situation betrübt zu sein und dadurch ihrer Armut ins Gesicht zu schauen. Aber wie steht es mit mir: Was sind meine Spenden an die Welthungerhilfe und andere Hilfswerke wert? Ich habe selbst ja immer noch genug. Das Himmelreich erwerbe ich damit nicht. Großzügig sein ist ganz etwas anderes als alles hergeben. Und Jesus sagt zu dem Fragenden „wieviel du hast verkaufe und gib es den Armen“
10,23 Und herumschauend sagt Jesus seinen Schülern.: Wie schwer werden die, die Güter habende ins Königtum Gottes hineingehen
Jesus bedauert die, die es zu etwas gebracht haben, wie wir sagen würden. Sie sind gebunden an das was sie HABEN.
10, 24 Die Schüler aber erschraken bei seinen Worten.
Jesus aber wieder antworteten sagt ihnen. Kinder wie schwer ist es in das Königtum Gottes hineinzugehen.
Den Schülern wird ganz anders und Jesus wiederholt seine Aussage. Diesmal bezieht er es aber nicht auf die ans Haben gebundenen sondern sagt, dass es ganz allgemein schwierig ist. Jeder hat etwas was ihn bindet. Für manchen kann es auch sein Leid sein. Auf dem Weg im Zug habe ich eine Frau im Rollstuhl getroffen, die sehr munter und ansteckend fröhlich war. Sie hat ihre Einschränkungen, es sind viele, seit ihren Corona-Infektionen. Ich war sehr beeindruckt, denn bisher habe ich nur Menschen in dieser Situation getroffen, die sehr düster ins Leben schauten. Diese Frau hat es geschafft ihr Leid loszulassen und einfach zu leben, mit dem was ihr bleibt an Möglichkeiten. Auch ein Himmel, der hier und jetzt beginnt.
10,25 Müheloser ist es, dass ein Kamel durch das Loch der Nadel hindurch geht, als dass ein Reicher in das Königtum Gottes hineingeht
Ob jetzt Jesus tatsächlich das Bild eines Kamel, das durch ein Nadelöhr geht meint, oder ob er von dem engen Tor in Jerusalem spricht - beide Bilder sind sehr vielsagend. Und sie sprechen uns auf jeden Fall an und rütteln auf.
10.26, die aber gerieten übermäßig außer sich, sagend zu sich. Und wer kann gerettet werden?
Die Schüler verstehen, dass sie nicht automatisch ins Himmelreich eingehen werden. Alle müssen Federn lassen. Es ist halt wie Jesus zuvor schon sagte, nur der vor Gott ganz klein Gewordene, wie ein Kind, der ins Himmelreich passt.
10,27 Bei Menschen ist es unmöglich, doch nicht bei Gott, denn alles ist möglich bei Gott.
Er kriegt uns klein auf sehr angenehme Weise. Jeder der eine Gotteserfahrung gemacht hat wird bescheiden und glücklich in der ihn umgebenden Liebe bleiben wollen und das ist halt Himmel auch hier auf der Erde.
Der Mann der zu Jesus kam wurde von ihm angeschaut und geliebt - trotzdem konnte er nicht klein werden und loslassen. Das Haben ist sehr mächtig.
Also an diesem Tag bin ich wieder erst gegen 12 Uhr vom Garten aufgebrochen, und musste dann feststellen, dass die Wege die Google vorschlägt unter Umständen gar nicht existieren. In einem Funkloch hielt ein Feuerwehrmann an und meinte ich solle die Straße nach Pfaffschwende hochlaufen. Oben, wenn ich den Jesus sähe, hätte ich wieder Netz. Der Weg sei aber steil.
Gut es ging ja über eine Straße, aber der Verkehr, auch wenn es nicht viel war, war doch unangenehm, da die Straße wenig einsichtig war. Beim Bildstock oben war eine Bank und wir haben etwas verschnauft. Bolle war auch ganz schön fertig. Dann ging es eine seichte Straße weiter die gut einsichtig war und sich eben durch die Landschaft schlängelte. An einer Stelle sollte ich geradeaus in einen Feldweg, während die Straße eine Rechtskurve machte. Ich lief den Weg und stellte nach einer Weile fest, dass ich laut Google mitten auf einem Feld stand ohne Wege. Also bin ich zurück gelaufen und musste feststellen, dass dort wo ein Weg sein sollte nur Gestrüpp und Bäume waren. Auch ohne Pilgerwagen kaum passierbar. Da habe ich erst mal wieder Bernd angerufen, der aber gerade nicht zu Hause war und versprach mich später zurück zu rufen.
Ich bin erst mal wieder zur Straße gelaufen und dieser dann weiter gefolgt, denn laut Google gab es später noch eine Abzweigung, die auch auf die gleiche Straße führte. Aber da wo dieser Weg sein sollte, war nur ein Pfad der höchstens von Tieren genutzt werden konnte. Ein Stück zuvor war ein guter Schotterweg gewesen. Inzwischen hatte Bernd zurückgerufen und meinen Standpunkt ausfindig gemacht. Er meinte ich solle diesen Weg nehmen. Was ich dann tat, aber auch dieser Weg führte dann in einer großen Kurve ab vom rechten Pfad. Also bin ich wieder zurück und dann einen kaum mehr zu erkennenden Weg gelaufen, der aber in Open Street Map als Weg eingezeichnet war. Ich musste durch viel Gestrüpp den Weg nur schemenhaft erkennend laufen und auch Stöcke aus den Bremsen des Pilgerwagens herausfriemeln. Die vielen Brombeeren waren wie Schlingen in denen sich meine Füße immer wieder verfingen.
Schließlich führte mich der „Weg“ dann doch auf die Straße, die danach sehr gemütlich zu laufen war, aber inzwischen wurde es später und Bernd meinte ganz richtig, dass es wohl sehr schwierig würde noch bis zum Kloster den Berg herauf zu kommen. Da hatte er wohl Recht. In Großtöpfer fragte ich den ersten Menschen, der aus seinem Auto stieg, ob es in diesem Ort Unterbringungsmöglichkeiten gäbe. Er verwies mich auf seinen Nachbarn, der Ferienwohnungen hätte. Bolle war auch schon sehr müde. Als ich dort fragte, war die Frage, ob ich mit Hund in die Ferienwohnung könne. Ich habe vor dem Haus, gewartet, während die Beratung der Eheleute stattfand und einfach den armen Bolle gefüttert in der Hoffnung, dass sich schon etwas ergeben würde. Der Hausherr kam und meinte, nein mit Hund wäre das auf keinen Fall möglich. Aber ich bekam nicht nur diese Absage sondern auch konkrete Hilfe. Nachdem klar war, dass das Kloster noch weit und der Weg dahin sehr steil sei, habe ich gefragt, ob es denn möglich sei im Gemeindehaus zu schlafen. Es stellte sich heraus, dass ich mit dem inzwischen pensionierten Pfarrer es Ortes sprach. Er telefonierte mit der zuständigen Person und die meinte, dass an diesem Abend keine Veranstaltung im Gemeindesaal stattfinden würde und ich dort übernachten könne.
Der Pfarrer zeigte mir alles und erklärte noch, dass es in diesem Ort auch einen Supermarkt gäbe. Zu dem habe ich mich aufgemacht und musste feststellen, dass der sehr weit weg - nämlich im nächsten Ort war. Das war dann doch ein mühsames Pilgern zum Netto, was ich mir doch hätte sparen können. Auch Bolle hatte sichtlich keine Lust mehr und machte auch Theater als ich im Laden verschwand. Zum großen Glück hat uns ein netter Handwerker auf dem Rückweg mitgenommen und hier vor der Türe abgesetzt.
Hier im Haus ist alles was ich brauche: Wasser warm und kalt, eine Toilette und ein Wasserkocher. Ich habe Salat und Brötchen und Feuchttücher im Netto gekauft. Die ehemalige Pfarrerswohnung ist vermietet und der Mieter hat auch einen Hund. Der wollte unbedingt Bolle kennenlernen. Aber sein stürmisches Interesse machte Bolle Angst und er bellte um Hilfe. Mit dem Mieter hatte ich also nur kurze Gespräche und er war so nett mich zu einer Dusche einzuladen. Das warme Wasser war eine Wohltat, die ich kaum beschreiben kann.
Heute morgen haben wir uns noch kurz bevor er zur Arbeit ging gesprochen.
Jetzt frühstücke ich und dann geht es heute nur zum Kloster. Dort gönne ich mir einfach Ruhe bis Morgen. Die Steigungen machen das Vorankommen mit dem Wagen sehr mühsam, aber habe alles was im Wagen ist schon gebraucht. Die Wassersäcke werde ich für das Laufen auf den Berg zum Kloster heute nicht füllen. Das sind dann schon mal 6 kg weniger. Bis dorthin müssen meine und Bolles Trinkflaschen reichen.
Rachel will hat am Dienstag Abend angerufen. Sie will am Wochenende mitlaufen. Schauen wir mal, ob sie dabei bleibt.
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