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8.-9.10.26 Mk.10,28 „Es begann zu sagen ihm Petrus:

friedehagen
8. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Okt.

Siehe, wir verließen alles und sind dir gefolgt“


Petrus wieder- Nachdem Jesus davon gesprochen hat, wie schwer es ist ins Hmmelreich zu kommen, meint er erst mal klar stellen zu müssen, dass er und die anderen Schüler alles zurückgelassen haben um Jesus zu folgen. Unausgesprochen höre ich da die Erwartung heraus, dass die Schüler die Jesus folgen gute Voraussetzungen haben in den Himmel zu kommen.

  1. Amen ich sage euch: Keiner ist, der verleiß Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker

  2. Ohne dass er empfängt Hundertfaches Jetzt in dieser Zeit. Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker unter Verfolgungen und in der kommenden Welt ewiges Leben.

Ist es nicht passend, dass gerade auf dem Weg zum Franziskanerkloster Hülfensberg diese Verse dran sind. Die Ordensgemeinschaften sind gemeinsam durchaus Habende, die einen mehr die anderen weniger. Aber die im Orden engagierten müssen auf alle persönliche Habe verzichten. Manche Ordensleute haben mit diesem gemeinsamen Haben auch ein Problem und sehen ihre Entscheidung zur Armut dadurch gefährdet.


  1. Viele Erste aber werden sein Letzte und Letzte Erste.


Wer zuerst ins Himmelreich kommt, weiß keiner. persönlich glaube ich, dass manch ein guter Mensch, der nicht glauben kann aber sehr christlich handelt auf dem Weg in den Himmel so manchen frommen Christen überholt.


Ich habe am Morgen erst mal den Blog auf den aktuellen Stand gebracht. Meine Tochter Rachel hatte noch lange telefoniert um zu klären wo wir uns treffen und gemeinsam weiterlaufen könnten. Inzwischen hat sie abgesagt, weil sie nun Dienst hat, den sie nicht absagen kann. Wieder bin ich erst gegen 11:30 Uhr losgekommen und der Regen hatte zu diesem Zeitpunkt schonnachgelassen, so dass ich hoffte vielleicht gar nicht im Regen laufen zu müssen.


Doch in Geismar, als ich zum Stationsweg unterwegs war ,fing es kräftig an zu regnen. Gut ich hatte ja Regenzeug an und ich hielt alles für dicht…..

Ich wollte an dem Tag nur bis zum Kloster Hülfensberg und dort einen Tag Pause machen. Leider habe ich, als ich mit dem Bruder, der mich als ich gerade losgelaufen war zurückrief, nicht gesagt, dass Bolle mit mir unterwegs war. Es war sehr laut an der Straße und ich konnte ihn kaum verstehen. Eine Konversation war nicht wirklich möglich. Ich habe später erfahren, dass er mir sagte, ich solle möglichst vor 17 Uhr ankommen. Aber das habe ich nicht verstehen können. Ich war aber vor 17 Uhr dort.


Auch der Stationsweg war sehr steil und ich hatte große Mühe mit dem Pilgerwagen. Glücklicherweise waren die Wassersäcke leer und der Wagen dadurch schon mal 6 kg leichter als normal. Ich habe mich von Station zu Station geschleppt und immer wieder durchgeschnauft. Der Weg war genauso schön wie anstrengend. Die Gebete an den Stationen fielen auch aufgrund des Zögerns vor der nächsten Etappe mit dem Wagen etwas länger aus. Hasen hoppelten mir entgegen. Bolle interessierte sich nicht für sie. Immer wieder gab Bolle einen Beschwerde-Beller von sich, weil es nicht schnell vorwärts ging und er wohl einfach ankommen wollte- Das Tagespensum hinter sich bringen.


So um 15 Uhr kam ich am Kloster an. Die Anlage ist beeindruckend schön und eben belebt mit 3 Brüdern, regelmäßigem Gebet und auch Gottesdiensten. Der Bruder, der mich erwartet hatte, musste gerade mit einem Handwerker losfahren und meinte ich solle beim Kloster klingeln. Dort wurde mir geöffnet und inzwischen hatte es zu regnen aufgehört. Ein Bruder empfing mich freundlich, meinte aber es gäbe ein Problem mit dem Hund. Ich hatte nicht auf den Hund hingewiesen. Ich erzählte, dass ich in der vorhergehenden Nacht im Gemeindesaal geschlafen habe und ich würde auch in jedem Raum mit meinen Sachen schlafen können. Jetzt gerade schreibe ich in diesem Saal und Bolle stinkt sehr, weil wir draußen waren und es wieder regnet und stürmt und eine nasser Hund stinkt einfach. Ich kann die Brüder gut verstehen und bin froh dass so eine Lösung gefunden werden konnte.


Hier sind regelmäßige Gebet und es wird gekocht und ich bin froh hier einen Tag ausgeruht zu haben. Die Brüder sind pragmatisch und sehr gastfreundlich. Gestern Abend kam noch einer der Mitlebe-Gäste zu mir in den Pilgersaal und wir haben angeregt über Gott und die Welt gesprochen. Er hat eine feine sprirituelle Nase und eine große Sehnsucht nach Nähe zu Gott. Er lebt in einem sehr kleinen Dorf und es gibt nur alle 4 Wochen einen Gottesdienst. Sein Weg zur Arbeit dauert über eine Stunde mit dem Auto und mit öffentlichen Verkehrsmittel ist er nicht zu bewältigen, weil auf dem Land Busse auch schon mal ohne große Vorankündigung ersatzlos ausfallen


Jetzt ist gleich Messe und darauf freue ich mich. Bolle bleibt gut auf seinem Platz im Pilgersaal. Den ganzen Nachmittag habe ich einen wohltuenden Schlaf genossen.


An diesem Abend kam noch einmal Alexj und er wollte noch einmal wissen wie ich den kritischen Satz „ und führe uns nicht in Versuchung“ aus Vater Unser übersetze. Ich sagte ihm, dass ich immer sage. „ Und führe uns, wenn die Versuchung kommt“ Daran hatte er sichtliche Freude. Und war schon in Vorfreude diese Korrektur auch seinem Bruder anzubieten. In Frankreich ist dieser Satz schon korrigiert für die ganze französisch sprachige Kirche. Wir haben dann die ersten Verse der Weihnachtssgeschichte rezitiert, weil er gern beim nächsten Online Kurs mitmachen möchte und wir haben ja schon mit der Weihnachtsgeschichte im September begonnen. Ich hatte den Eindruck, dass sein Gesicht sich während der Rezitationen aufhellte. Seiner Sehnsucht nach Gottes Nähe kommt diese Arbeit wohl entgegen.


 
 
 

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