30.08.26 Mk.9,14. „Und kommend zu den Schülern…
„sahen sie eine große Volksmenge um sie und Schriftkundige streitend gegen sie“
Also sie kommen zu den anderen und da ist so richtig was los. Und natürlich wieder Schriftkundige, die wissen wie wichtig sie sind.
„Und sofort die ganze Volksmenge als sie ihn sahen erschraken und herbeilaufend begrüßten sie ihn“
Da wird wohl erwartet, dass sich mit Jesus nun alles klärt. Und er die strittigen Themen klären wird.
„Und er befragte sie „Was streitet ihr gegen sie“
Jesus hört immer erst mal hin. Wie schwer fällt uns das oft. Wie schwer fällt mir das. Wie oft habe ich Angst meinen Gedanken zu verlieren und falle dem anderen ins Wort. Wie schwer ist es zuzuhören und wie gut ist es wenn ich es schaffe.
"Und es antwortete ihm einer aus der Volksmenge, Lehrer ich brachte meinen Sohn zu dir habend einen redlosen Geist.
Und wo immer er ihn ergreift, reißt er ihn nieder und er schäumt und knirscht die Zähne und erstarrt.“
Hier wird eindeutig ein epileptischer Anfall beschrieben. Lange galten die Menschen mit dieser Kranheit als Besessen. Die Krankheit ist so heimtückisch und lässt Eltern von stark betroffenen Kindern zusehen, wie ihr Kind sich zurück entwickelt. Diese Krankheit ist insofern besonders lebensfeindlich und schwer zu ertragen.
„Und ich sagte deinen Schülern, dass sie ihn hinauswerfen sollten, aber nicht vermochten sie es“
Da haben wir den Streitpunkt: Dieser neue Wunderheiler, der die religiösen Autoritäten in Unruhe versetzt und das Volk auf alles hoffen lässt, bekommt also doch nicht alles hin. Da sieht man es ja, sicher haben viele Schriftgelehrte das schon immer gewusst.
„Der aber antwortend ihnen sagt: „Oh ungläubiges Geschlecht! Bis wann werde ich bei euch sein, bis wann werde ich ertragen euch? Bringt ihn mir.“
Die Reaktion von Jesus ist deutlich. Wann werden die Menschen verstehen, dass der Glaube lebendig macht, wann wird alle Lebensfeindlichkeit, die uns auf Erden zugetraut ist, endlich mit einem Erstarken des Glaubens beantwortet?
Aber Jesus bleibt nicht in seiner Klage über den Unglauben hängen. Er öffnet sein Herz und lässt sich den Kranken bringen.
„Und sie brachten ihn zu ihm und sehend ihn riss der Geist ihn hin und her und fallend auf die Erde wälzte er sich schäumend“
Den Menschen der außer Kontrolle ist, der sich selbst, und den andere nicht mehr im Griff haben, das Problem, mit dem ich nicht fertig werde. Ich darf es auch heute noch Jesus bringen. Er nimmt sich zuverlässig unserer Probleme an. Oft auf überraschende Art und Weise, aber er nimmt sich unser an immer und überall. Hier beginnt der Glaube. Ein Glaube der Berge zu versetzen vermag - auch wenn, wie auch hier mit dem Kranken, es unter Umständen auch erst mal sehr beängstigende Entwicklungen gibt, wird am Ende das Leben siegen. Das sagt unser Glaube.
Morgens habe ich noch Blogbeitrag vom Vortag geschrieben und dann mein Zelt abgebaut, als er trocken war. So kam ich erst nach 13 Uhr los. Ich lernte noch die Oma kennen, die schon bald 90 wird und die mir Mirabellen anbot. Der jüngste Hofbewohner kam auch noch auf seinem Laufrad angefahren Die Männer hatten gut zu tun eine Ladung getrocknetes Holz ins Trockene zu bringen. Die Frau des Bauern habe ich auch noch kennengelernt und etwas mit ihr reden können.
Der Bauer erklärte mir noch genau wie ich auf das Grüne Band komme. Da musste ich auf einem Pferdehof einige abgesperrte Wege durchlaufen, die aber für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben sollten. Die E-Zäune lösen und mit dem Benpäcker durchkommen war etwas tricky. Ich glaube es war kein Strom auf den Zäunen.
Das Grüne Band kann man an dieser Stelle ein Stück lang laufen. Koomot kennt diese Strecken nicht. Ich habe mich entschlossen das Handy auszulassen, den Weg einfach zu gehen so weit er mich bringt und da der Vortag sehr anstrengend gewesen war, habe ich es langsam angehen lassen. Es hat etwas im Herbst zu laufen: Ddie Natur zeigt einem die volle Pracht ihrer Sommerarbeit. Früchte an den Bäumen, die auch teilweise schon auf der Erde lagen. Der Weg war teilweise ebenso mühsam wie der Acker am Vortag. Der Pilgerwagen bleibt gern auch mal in den Löchern des Kolonenweges stecken. Es ging stellenweise auch bergauf. Das geht mit dem Benpacker auf Asphaltstraßen recht gut, aber auf diesem stark bewachsenen Kolonenweg war es mühsam. Heute werde ich weniger Wassser mitnehmen. Das macht den Wagen sofort um 6 kg leichter.
Auf einer Anhöhe habe ich unter einem Hochsitz eine ausgedehnte Pause gemacht, mir mein Linsendahl gekocht und auch noch eine Weile im Gras gelegen. Fast wäre ich eingeschlafen. Als dieser Weg als Kolonenweg nicht mehr weiterging, hat Bernd geschaut, wie ich weiter gehen sollte.
Während Bernd im Computer suchte habe ich mich ins Gras gesetzt. Die Sonne schien und ich genoss das Sitzen im Gras.Ein älteres Paar kam, winkte mir freundlich zu und setzte sich in etwa 30Meter Entfernung auch ins Gras. Die beiden waren sehr nett miteinander. Einer nach dem anderen wurde liebevoll massiert. Nach einer Weile gingen sie zurück in die Richtung aus der sie gekommen waren, nicht ohne noch einmal freundlich zu winken. Auch als ich wusste, wie es weiterging, weil Bernd angerufen und die nächsten Orte per Signal geschickt hatte, hatte ich keine rechte Lust loszulaufen und habe einfach nur die Stille genossen und das Rezitativ gesungen und darüber nachgedacht.
Irgendwann bin ich dann doch wieder losgelaufen erst mal Richtung Freienhagen.
Auf dem Weg kam mir eine Familie entgegen, die Pflaumen pflückte. Ich habe gefragt, ob es einen Zeltplatz in der Nähe gäbe . Nein den gäbe es nicht. Aber es gäbe eine Ferienwohnung.
Eine Ferienwohnung für eine Nacht??? Klappt nicht so häufig. Ich ging also weiter und später überholte mich eines der Kinder auf seinem Board. Die Mutter kam auch und bot an mir zu zeigen, wo diese Ferienwohnung sei. Der Junge fuhr vor und fragte ob es klappen könne, dass ich dort unterkomme. Er kam zurück mit der Nachricht, dass es klappen würde, ich aber noch ein bisschen im Garten warten müsse, denn die Wohnung würde erst noch gereinigt werden. Na dass war doch mal ein Wort. Nicht nur, dass ich die Wohnung für eine Nacht mieten konnte, sondern sie wurde auch noch am Sonntag Nachmittag gereinigt. Bis 20 Uhr Abend haben wir im Garten gesessen. Es war ein sehr schöner anregender Abend, an dem wir über Gott und die Welt gesprochen haben und auch die Familie, die ich getroffen hatte, war noch dabei. Uns wurde allen noch die Haxe, die der Hausherr sich bereitet hat, aufgetischt. Seine Frau hatte etwas gelästert, ob er denn das große Teil wirklich essen wolle. Er konterte als wir da waren, dass er es gar nicht mehr allein essen müsse.
Es wurde gelacht und auch getrunken und mir wurde der weitere Weg erklärt, denn Komoot ist hier nicht hilfreich. Ich bekam auch Telefonnummern für die nächste Nacht. Ich werde nachher einen Pater anrufen, der ein ganz besonderer Seelsorger ist. Er kennt seine Schäfchen alle ganz genau und ist mit ihnen in Liebe verbunden, vergisst keinen Geburtstag und kennt die Menschen aus einer herzlichen Verbindung heraus.
Gestern Abend bin ich sehr müde für ins Bett gefallen und heute morgen erholt aufgewacht.
Jetzt geht es gleich weiter.
Ich muss noch auskaspern , wie ich Fotos in dien Blog bekomme, das klappt gerade nicht. Kommt also noch.
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