31.08.26. Mk.9,21 Und er befragte seinen Vater:
Aktualisiert: 5. Sept.
21b.„Wie lange Zeit ist es, dass ihm dies geschehen ist? Der aber sprach von Kind an 22a. „und oft auch ins Feuer warf er ihn, und ins Wasser damit er ihn vernichte“
Wie immer hört Jesus erst mal zu, stellt Fragen. Will hören, was geschehen ist. Die Schilderungen des Vaters beschreiben die lange Leidensgeschichte der Familie, die Angst um das Kind, ob der Unberechenbarkeit seines Leidens.
22 b. „Doch wenn du etwas kannst hilf uns, ergriffen über uns“
Wenn du etwas kannst - der Vater zweifelt, weiß nicht, ob Jesus wirklich helfen kann. Sagen wir nicht oft: „ da hilft nur noch beten“ und das beschreibt dann eine aussichtslose Situation. Wo ist da unser Glaube? Natürlich ist das Beten kein Bestellkatalog. Es kommt häufig eine Antwort auf unser Gebet mit der wir nicht gerechnet haben. Aber glauben wir an die Kraft des Gebetes?
Jesus aber sprach zu ihm: „ Das- wenn-du-kannst.- Alles ist möglich dem Glaubenden“
Alles ist möglich dem Glaubenden. Ist der Glaube ein Patentrezept für Allmächtigkeit?
Wohl eher nicht. Ich muss an Maximilian Kolbe denken. Als er mit den anderen in den Hungerbunker ging, kam aus dem Bunker bis alle tot waren, nur Lobgesang. Zum Schluss hat man nur noch eine Stimme gehört. Wozu der Glaube uns befähigt wissen wir nicht. Aber wenn wir im Glauben einen Schritt vor den anderen setzen, passiert Wunderbares. Leid bleibt uns jedoch nicht erspart.
Sofort schreiend, sagt der Vater des Kindes: „ Ich glaube, hilf meinem Unglauben“
So geht es auch mir: Glaubend entdecke ich in mir immer wieder die Ungläubige, denn der Glaube ist und bleibt Geschenk eine Gabe um die wir bitten sollen, denn sie ist fragil und muss gepflegt werden.
Niemand hat den Glauben wie einen Besitz. Er kann verloren gehen. Entweder, weil wir uns seiner sicher wähnen oder aber auch weil uns Mitchristen und kirchliche Würdenträger durch ihr Verhalten den Glauben unnötig erschweren. Tief gläubige Menschen ziehen einen wahren Strom von Menschen, die glauben können, hinter sich her. Ihre Strahlkraft lässt jeden Zweifel schwinden.
Sehend aber Jesus, dass zusammenläuft eine Volksmenge anfuhr er den unreinen Geist sagend ihm . „Redloser und sparachloser Geist ich befehle dir. Komm heraus aus ihm. Und nicht mehr geh hinein in ihn.“
Nun spricht Jesus doch ein Machtwort. Er muss sogar befehlen, dass die Krankheit nicht zurückkommt. Hat die Kraft Jesu nachgelassen?
In Mk.6,56 heißt es: „Und Wo immer er hineinging in Dörfer oder in Städte oder in Höfe auf den Märkten hinlegten sie die Schwachen und sie baten ihn, dass sie, wenn auch nur die Quaste seines Gewandes berührten, und wer immer ihn berührte wurde gerettet.“ Auf jeden Fall ist in 6,56 der Glaube an Jesus kein -wenn du etwas kannst- Glaube
Und schreiend und viel zerrend kam er heraus und er wurde wie tot. So dass die Vielen sagten: Er starb.
Nun ist es aus! So denkt das Volk. Auch hier wieder wenig Glaube.
Jesus aber ergreifend seine Hand richtete ihn auf und er stand auf
Der Totgesagte wird einfach ohne lange Predigt aufgerichtet. Jesus bleibt der Lebendigmachende egal ob wir glauben oder voller Zweifel sind in unserer schwierigen Zeit.
Und nachdem er hineingegangen war in ein Haus, befragten ihn seine Schüler unter sich: Wieso konnten wir ihn nicht hinauswerfen?
Und er sprach zu ihnen: „Diese Art kann durch nichts herauskommen außer durch Gebet“
Ich frage mich, ob Jesus hier über die Krankheit (die Epilepsie) spricht, oder vielleicht eher, darüber, in welcher Art von Umgebung sich dieser Kranke befand. Er war von Verzweiflung und Zweifel umgeben, anders gesagt von Unglauben. Da befinde ich mich mitten in meiner Art von Umgebung und nicht nur Umgebung auch in mir ist ein zweifelnder Galube. Mit dem Vater ruft meine Seele „Ich glaube hilf meinem Unglauben“ Der Unglaube jedoch ist am besten durch Gebet zu bekämpfen- wie die Pflege eines Gartens ist das Beten für die Seele und die schönste Frucht ist ein fester Glaube.
Heute Morgen bin ich gegen 11 Uhr losgelaufen. Ich hatte den Blog noch geschrieben und habe wirklich gut ausgeschlafen.
Beim Abschied, gab mir meine Gastgeberin noch eine Telefonnummer mit, damit ich im Gemeindehaus in Arenshausen schlafen kann.
Der Pater von dem gestern Abend die Rede war, wohnt ziemlich weit weg. Ihn werde ich nicht treffen. Ich bekam noch gekochte Eier und Obst geschenkt. Dann bin ich losgelaufen. Sehr bequem zunächst über die wenig befahrene Straße. Im Ort Rustenfelde kam ein Bäckerwagen mit lautem Hupen angefahren und hielt direkt mir gegenüber. Ein kleiner Wink von oben war für mich, dass er sogar Buchweizenbrötchen hatte. Zu Hause fahre ich jeden Samstag auf den Markt und hole Buchweizenbrot und friere es für die ganze Woche ein und hier wird es mir „hinterhergetragen“. Fügung oder Zufall, dass ich genau zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort war. Und dass auch noch Buchweizenbrötchen zu kaufen waren. Und nun sitze ich am Rustebach und habe auch noch eines der guten Brötchen gegessen. Ich werde nicht gleich weitergehen. Es ist wunderschön hier. Also schreibe ich doch hier meine Gedanken bis zum Vers 24 auf, da bin ich nämlich gerade im Text und genieße die schöne Atmosphäre.
Nächster Tag. Der Weg war nicht lang. Zwischendurch hat es ein bisschen geregnet und es gab auch Goldrute am Wegrand für meinen Tee. Ich kann die inzwischen vertrocknete Goldrute also wegtun und die frische nehmen. Ich fühle mich umsorgt. Es gab einen frischen starken Wind, den ich als angenehm empfand.
In Arenshausen angekommen, ganz ohne Hubbelwege - sehr bequem, habe ich die Pfarrsekretärin angerufen. Sie hat Montags frei. Die Buchhalterin, die in Arenshausen wohnt, hat mich ins Haus gelassen. Ich habe am Gemeindesaal gewartet, aber das Pfarrhaus ist da nicht. Wir haben uns dennoch gefunden. Sehr nett und interessiert ist die Buchhalterin der Pfarrei. Heute werde ich im Pfarrbüro auch noch die anderen Mitarbeiter der Pfarrei kennenlernen. Der Pfarrer ist im Urlaub. Schade, dass ich ihn nicht kennenlerne. er hat einen grünen Daumen und hält auch Hühner. Seine Tomaten standen sehr durstig unter dem Dachvorstand. Der Regen der letzten Tage hat sie nicht erreicht. Wir haben sie gegossen und ihnen hoffentlich das Leben gerettet. Heute werde ich ihnen noch mal Wasser geben. Das Haus in dem ich geschlafen habe ist nach dem Pfarrer benannt, der hier viele Jahre gewirkt hat und im KZ war. Am Kiegsdend wird er kurz vor der Erschießung aus der Todeszelle gerettet.
Ja und jetzt mache ich mich fertig für den Start. Zunächst nach Hohenganden und dann mal weitersehen. Hier im Eichseld fühl ich mich wie getragen. Die Menschen wissen das es ein Markus-Evangelium gibt. Bisher haben viele jeder immer wieder vom Matthäus Evangelium gesprochen, wenn es um mein Rezitativ ging, weil die Matthäus Passion bekannt ist. Vielleicht haben manche sogar gedacht, dass ich die auf dem Weg singe.
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